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Zusammenfassung zum digitalen Elternabend "Zu Hause wegen Corona! Wie Eltern und Kinder Medien jetzt gut nutzen"

Wie bereits angekündigt, kam am Donnerstag (26.03.20) der digitale Elternabend der Initiative "Schau hin!" und ich möchte für alle, die dieses tolle Angebot nicht wahrnehmen konnten, hier eine kleine Zusammenfassung geben. Die Initiative "Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht" ist eine Initiative vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie von Das Erste und ZDF, die Familien bei der Medienerziehung hilft.

Der Elternabend wurde von Dr. Iren Schulz gehalten, die als Mediencoach bei der Initiative tätig ist. Ein sehr schönes Zitat zu Beginn war, "Verstehen ist besser als verbieten" und mit diesem Motto wurde durch das Thema geführt. Wichtig ist, dass Eltern ihre Kinder mit Medien nicht alleine lassen. Eine der wichtigsten Fragen überhaupt ist, wie viele Nachrichten sind denn für mein Kind geeignet? Denn Kinder, wie auch Erwachsene wollen momentan immer auf dem neuesten Stand sein und alles erfahren. Diese Dauerbeschallung zieht natürlich auch große Beunruhigung und viele Ängste nach sich. Besonders wenn dann noch Verwandte und Bekannte betroffen sind, erleben wir dann auch eine persönliche Nähe zum Thema und es kann sehr schnell emotional werden. Und dann gibt es noch die vielen Fake-News, die sich in den sozialen Netzwerken wie ein Lauffeuer ausbreiten. Leider machen diese die größten Probleme, da man oft dem Irrglaube unterliegt, weitergeleitete Nachrichten von Freunden/Bekannten auch als besonders glaubwürdig einzustufen, weil man ja schließlich den Absender der Nachricht kennt. Dies ist aber tatsächlich nicht der Fall. Ein guter Vorsatz wäre es, sich gut ausgewählte Nachrichten gemeinsam anzuschauen und zwischendurch immer mal wieder abzuschalten.

Was die Mediennutzungszeiten angeht, sollte man mit sich selbst und den Kindern nicht zu streng sein, dennoch sollten die grundlegende Alltagsstrukturen und Regeln weiterhin erhalten werden. Es gibt eine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO zum Thema Bildschirmzeiten, die wie folgt lautet: Kinder bis 5 Jahre sollten 0,5 Stunden täglich und Kinder zwischen 6 und 9 Jahren nur 1 Stunde täglich vorm Bildschirm sitzen. Ab 9 Jahren sollte man mit einem Tages- oder Wochenkontingent arbeiten: entweder 10 Minuten pro Lebensjahr am Tag oder 1 Stunde pro Lebensjahr in der Woche. Hinzu kommt natürlich momentan noch die Zeit für digitale Schulaufgaben und die Kommunikation mit Freunden und Verwandten, diese sollte momentan mit oben drauf gerechnet werden. Wichtig ist dabei auch die Vorbild-Rolle der ElternBildschirmfreie Zeiten sollten für alle gleichermaßen gelten und dann auch als Familienzeiten genutzt werden.

Wie ist das nun mit dem Unterricht von zu Hause aus? Der Lebensraum Schule (Unterricht; Lerninhalte; Freunde; Pausen; Beisammensein; Austausch mit Gleichaltrigen und Lehrern) ist momentan leider komplett lahmgelegt und kann bzw. soll auch nicht von der Familie 1:1 ersetzt werden. Unsere Kinder und Jugendlichen sind genauso mit der Situation überfordert, wie die Erwachsenen auch. Das Wichtigste deshalb ist, dranzubleiben, die Alltagsstrukturen beizubehalten, sich nicht unter Druck zu setzen alles schaffen zu müssen und für sich als Familie den eigenen funktionierenden Weg zu finden. Eventuell können auch andere Familienmitglieder via Telefon-/Videokonferenzen mit in den Heimunterricht einbezogen werden. Mit Hilfe von medienpädagogischen Angeboten (Ideen für kreative Mediennutzung) kann die Zeit zu Hause kreativ/produktiv genutzt werden.

Wer sich den gesamten Elternabend noch einmal als Mitschnitt anschauen mag, findet ihn hier "Zu Hause wegen Corona! Wie Eltern und Kinder Medien jetzt gut nutzen" auf dem YouTube-Kanal der Initiative. Wichtige Hinweise finden Sie zudem am Ende des Videos in der offenen Fragerunde. Zum Nachlesen gibt es auch die Präsentation nochmal als Datei Mediennutzung und Corona.pdf.

In der Link-Liste der Präsentation finden Sie auch weitere Ideen zu Wissenssendungen für Kinder und zu digitalen Angeboten für Schule und Unterricht.